Ingenieurwissenschaftliche Systematik trifft neurowissenschaftliche Praxis.
Systematisches Selbstmanagement unter Höchstlast
Während meiner Promotion am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TUM arbeitete ich parallel als Systementwickler bei BMW Motorrad. Dieses Pensum erfolgreich zu meistern, funktionierte nur über ein konsequentes, systematisches, strukturiertes Selbstmanagement. Ich habe schnell gelernt, wie wertvoll der Fokus auf das Wesentliche ist und wie viel Kraft in echtem, vertrauensvollem Delegieren steckt. Die klare Zielausrichtung führte trotz aller Rückschläge nicht nur zu einer erfolgreichen Dissertation, sondern auch zur erfolgreichen Fehlerbehebung in der Bremsregelsoftware für eine Großserie von hunderttausenden Motorrädern.
Der neurologische Konstruktionsfehler moderner Arbeitsweisen
Als Projektleiter mit 20 Teammitgliedern im agilen Software- und System-Umfeld bei CARIAD (VW Group) erlebte ich die Kehrseite: Wie die permanente Fragmentierung durch Slack, Teams und Outlook die ungestörte Fokuszeit von Entwicklern verbrennt. Der konstant hohe Druck und die ungesunde Arbeitsweise führten bei mir selbst zu Erschöpfung und dem klaren Gefühl: Diese Prozesse sind nicht auf die menschliche Biologie ausgerichtet. Die Organisation war zu sehr mit Deadlines beschäftigt, um produktive Arbeitsweisen top-down zu verankern.
Die Synthese aus Erfahrung und Neurobiologie
Die Einsicht, dass Spitzenleistung nicht auf Verschleiß basieren darf, führte mich in eine dreimonatige Auszeit. Fernab des digitalen Alltags nutzte ich dieses Sabbatical, um in Retreats Achtsamkeits- und Fokussierungspraktiken tiefgehend zu verstehen.
Zurück am Schreibtisch folgte die entscheidende Erkenntnis: Die Essenz dieser jahrtausendealten Praktiken – die gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit und die bewusste neuronale Regeneration – wird durch die moderne Neurowissenschaft untermauert. Das Problem in den Unternehmen ist nicht mangelnder Wille, sondern eine Arbeitsrealität, die biologischen Grundgesetzen widerspricht.
Nachhaltige Leistungsfähigkeit ohne Verschleiß
Die Konsequenz daraus ist mein heutiges Trainingsprogramm. Das Ziel ist nicht, Ressourcen noch weiter auszubeuten, um mehr To-dos in den Tag zu quetschen. Es geht darum, durch neurofreundliche Methoden bessere Ergebnisse bei deutlich geringerer Belastung zu erzielen. Wenn Teams die ungestörte Fokuszeit für komplexe Aufgaben erhalten, steigen Projektdurchsatz und Entwickler-Zufriedenheit (DevEx) signifikant – bei gleichzeitig sinkender Fehlerquote. Diese Herausforderung hat sich seit dem Beginn der GenAI-Ära nochmal vergrößert: KI generiert in sekunden plausibel klingenden Content und wir werden mit noch mehr Input konfrontiert. Gleichzeitig eröffent die strukturierte Nutzung neue Horizonte. Da ich schon als Kind mit Begeisterung Science Fiction Romane mit selbstdenken Robotern gelesen habe, bin ich seit dem Start von ChatGPT leideschaftlicher GenAI Pionier. Ich kenne beide Seiten der KI-Medaille und habe immer im Blick einen cleveren, gesunden und damit nachhaltigen Nutzen dieser Technologie zu ermöglichen.
Aufgrund der messbaren Erfolge bei über 200 Teilnehmern habe ich mich entschieden, meine Konzernkarriere zu beenden, um dieses System dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird: Für mehr Produktivität und weniger Stress in der Praxis.